Iserlohn empfiehlt sich für weitere Aufgaben

Wily Schweer Iserlohner Kreisanzeiger vom 13. Mai 2019

Tadellose Organisation der NRW-Staffelmeisterschaften am Hemberg. Kleine Felder in vielen Disziplinen

Iserlohn. Als Austragungsort höherwertiger Meisterschaften hat sich Iserlohn in den letzten Jahren rar gemacht, aber das soll anders werden. „Ein Anfang ist gemacht“, resümierte Ansgar Bochynek, der Vorsitzende des gastgebenden LAZ, nach dem letzten Lauf bei den NRW-Langstaffelmeisterschaften am Hemberg-Südhang.

Die gingen am Samstag reibungslos über die Bühne, und alle Beteiligten waren froh, dass das Wetter nicht so schlecht war wie angekündigt. Zur Kühle gesellte sich zumindest kein Regen, und als im zweiten Teil der Veranstaltung sogar kurz die Sonne schien, hätte man beinahe von guten Bedingungen für die Mittelstreckler sprechen können.

Für das routinierte Organisationsteam vor Ort, das Hilfestellung von meisterschaftserprobten Mitgliedern des Kreis-Leichtathletik-Ausschusses erhielt, war es keine große Herausforderung, diese Staffelmeisterschaften störungsfrei abzuwickeln. Denn die Beteiligung ist überschaubar, man muss längst die Landesverbände Nordrhein und Westfalen zusammenlegen, um überhaupt noch einen ernsthaften Wettkampf zu gewährleisten.

In einigen Disziplinen, speziell über 4×400 m, aber auch bei den Männern über 3×1000 m und bei den Frauen über 3×800 m, waren beim Start nicht einmal alle Bahnen besetzt. Und dass in der Frauenklasse nicht eine westfälische Staffel (4×400 bzw. 3×800 m) lief, stimmte nachdenklich. Aber es gab auch die erfreuliche Seite mit einigen guten Feldern in den Jugendklassen, wobei elf Staffeln an der Startlinie über 3×800 m der weiblichen U16 die Höchstmarke setzten.

Gute Leistungen erzielten die Frauen des ASV Köln mit 6:41,50 Min. über 3×800 m, die männliche U20 der LG Münster mit 7:56,58 über 3×1000 m oder die weiblichen U16 der Startgemeinschaft Recklinghausen/Hamm mit 7:22,56 über 3×800 m. In drei Wettbewerben gab es auch heimische Präsenz.

Zum Auftakt lief die Startgemeinschaft LAZ Iserlohn/TV Deilinghofen die 4×400 m in der weiblichen U20 und musste im Viererfeld die Konkurrenz schnell ziehen lassen. Für Julia Hoffmann, Jule Adler, Kristine Müller und Tabea Lehmann wurden 4:39,22 Minuten gestoppt. Gegen die Staffeln von Bayer Leverkusen (1.) und LV Oelde (2.), die sich das spannendste Rennen des Tages lieferten (8:17,13 gegenüber 8:17,65) stand die U18 der Startgemeinschaft über 3×1000 m auf verlorenem Posten. Keanu Woitscheck, Moritz Gnoycke und Adrian Veltum liefen 9:32,89 Minuten. Ganz am Ende verbuchten die Gastgeber aber auch noch einen Sieg – allerdings in einem Lauf gegen die Uhr. Denn bei den Senioren hatten nur zwei Staffeln gemeldet – das LAZ in der M30 und der USC Bochum in der M60. Und die liefen jeweils ihr eigenes Rennen und kamen mit 1:23 Minuten Abstand ins Ziel. Für Thomas Simon, Thomas Eller und René Brune war es in 9:27,57 eher eine Trainingseinheit.

Senioren des LAZ über 3x1000m ohne Konkurrenz

„Man muss leider mit diesen kleinen Feldern leben, aber es ist ganz wichtig, das Angebot weiter aufrecht zu erhalten“, resümierte die langjährige KLA-Chefin Christina Geiseler, die dem Kampfrichterstab am Hemberg angehörte. Und der ist allemal gerüstet, um auch ein ganz anderes Programm zu meistern. „Für uns ist wichtig, dass alles gut geklappt hat. Denn wenn wir uns wieder für eine Meisterschaft bewerben, ist beim Verband zumindest klar, dass man mit der Vergabe nach Iserlohn nichts falsch machen kann“, lautete Ansgar Bochyneks Fazit. Und in diesem Sommer winkt dem LAZ sogar ein aufgehübschtes Umfeld. Weil im Stadion die Musikparade während des IBSV-Schützenfestes stattfindet, dürfte endlich einmal Hand angelegt werden. Und wahrscheinlich gibt es dann statt der aktuellen Betonstufen in weiten Teilen der Tribüne auch wieder ordentliche Sitzbänke.

Die Titelträger der NRW-Langstaffelmeisterschaften wurden am Samstag am Hemberg ermittelt. Foto: Michael May